Historie

Noch 1887 versorgten sechs öffentliche und 80 private Brunnen die Leichlinger Bevölkerung mit Trinkwasser. Als zahlreiche Wupperüberschwemmungen in jener Zeit das Brunnenwasser ungenießbar machten, mussten schnellstens Maßnahmen ergriffen werden, um die Bevölkerung mit gutem Trinkwasser zu versorgen.

Wasser
Eine der ersten Amtshandlungen der am 5. Juli 1893 gegründeten Wasserkommission war es, die Quelle unterhalb von Hülstrunk zu fassen, die dann auch für die zentrale Versorgung des Stadtkerns mit Trinkwasser über Jahrzehnte eine bedeutende Rolle spielte.
Im April 1896 wurde mit dem Verlegen der geplanten Wasserleitung begonnen und ein Behälter mit 120 Kubikmeter Fassungsvermögen in Hülstrunk aufgebaut. Das gesammelte Wasser stammte aus den Quellen am Tönnessiefen und Hülstrunksiefen und wurde mit Hilfe des natürlichen Gefälles in die Stadt geleitet.
1898 wurde der Hochbehälter Ziegwebersberg in Betrieb genommen. Damit verfügten 1.151 Einwohner bzw. 234 Haushalte über einen Wasseranschluss, fast ein Fünftel der damaligen Bevölkerung.
Aufgrund des stetig steigenden Wasserbedarfs nahm die Gemeinde 1925 den „Rathausbrunnen" in Betrieb, der die Stadt per Pumpe versorgte. 1943 wurde am Eicherhof ein weiterer Brunnen angelegt, der sowohl mit dem Rathausbrunnen als auch mit der Leitung Hülstrunk-Ziegwebersberg gekoppelt war.
Infolge des Bevölkerungszuwachses mussten die Stadtwerke ihr Netz stetig erweitern. Anfang der fünfziger Jahre fanden entlang der Wupper Bohrungen zur Erschließung weiterer Wassermengen statt. Bei Kradenpuhl wurde eine provisorische Pumpstation erreichtet. Dieses „Behelfspumpwerk" blieb bis Frühjahr 1961 ununterbrochen in Betrieb.
Ende Dezember 1955 wurde mit dem Verbandswasserwerk Langenfeld ein Vertrag über Aushilfslieferungen abgeschlossen, um die Wasserversorgung Leichlingens weiter zu sichern. Dieser Vertrag lief bis 31. Dezember 1966.
Im Interesse einer langfristigen Sicherstellung der Wasserversorgung schloß sich die Stadt Leichlingen dem Wasserversorgungsverband Rhein-Wupper an. Von September 1965 an flossen die ersten Liter aus der Dhünntalsperre in den Hochbehälter in Wachholder, den die Stadtwerke eigens errichtet hatten. Selbst förderten sie fortan kein Wasser mehr.

Erdgas
1913 kam zum bereits bestehenden Wasserwerk das Gaswerk hinzu. Erst von diesem Zeitpunkt an lässt sich von den „Leichlinger Stadtwerken“ sprechen. Das Gas kam zunächst von der Reglerstation in Landwehr. Anfang 1914 wurde die erste Gasleitung in Leichlingen gelegt. Die ersten Gasanschlüsse lagen im Gebiet Hochstraße/Im Tiergarten. Die damalige Leitung war 10,6 Kilometer lang – heute ist das Netz beinahe 70 Kilometer lang. Von April 1931 an versorgen die Stadtwerke den ersten Großabnehmer mit Gas, die Firma Rosenkaimer an der Hochstraße. Dazu wurde die Reglerstation Büscherhöfen gebaut, die heute noch besteht. In 1973 begann auch in Leichlingen das Erdgas-Zeitalter, die das Kokereigas ablöste.
Das Jahr 1986 kennzeichnet einen weiteren Meilenstein in der Geschichte des Unternehmens. Am 16. Juni wurde der bis dahin als Teil der Stadterwaltung geführte Eigenbetrieb in eine GmbH umgewandelt. Damit wird die Grundlage für die Entwicklung zu einem modernen Dienstleistungsunternehmen geschaffen.
Heute bilden die Stadtwerke den ertragsstarken Kern in einer Gruppe kommunaler Unternehmen und Beteiligungen der Stadt Leichlingen.
Seit Anfang 2003 ist die Kölner RheinEnergie AG mit 49 Prozent an den Stadtwerken beteiligt. Damit ist eine strategische Partnerschaft begründet worden, die die Wettbewerbsfähigkeit der Stadtwerke im liberalisierten Energiemarkt nachhaltig stärkt.

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